Dem Leben und der Welt vertrauen können.

by angieconscio@pixelio.de
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Unsere Lebenszufriedenheit wird in hohem Maß von dem neurologischen Grundbedürfnis genährt, in der Welt geborgen und sicher zu sein: privat, beruflich, gesellschaftlich. Aber auch lokal, national und global. Damit verbunden ist die Angst vor Gefahren, vor Ohnmacht und Kontrollverlust. Die meisten unserer Ängste entstehen im Kopf.

 

Wir wissen, dass objektive Sicherheit nur bedingt gegeben ist. Also tun wir vieles, um uns subjektiv sicher zu fühlen. Wir züchten Kontroll-Illusionen, wir verdrängen. Eine kleine Auswahl: Rationalisieren: Was ich in Begriffe und Worte fassen kann, bleibt für mich in mentaler Distanz und emotional ungefährlich. Analyse: Was ich zu begreifen behaupte, beherrsche ich. Perfektionismus: Nur Fehler sind gefährlich. Kontroll-Wahn: Was ich kontrollieren kann, wird mir nicht gefährlich. Katastrophieren: Auf das Schlimmste gefasst zu sein, ist die beste Vorbereitung auf noch Schlimmeres. Beschützer suchen (Autorität): Nur unter einer starken Führung ist für mich gesorgt. Verdrängen: Was ich nicht wahrnehme, kann mich nicht bedrohen. Innerliches Aufrüsten: Nur wenn ich aggressiv belle, wird mir respektvoll begegnet.

 

In den gegenwärtigen Zeiten des Auf- und Umbruchs sollten wir unsere neuronale Welt-Karte mit allen berechtigten und unberechtigten Risiko-Einträgen wirkungsvoller überschreiben.

 

Manchmal haben wir nicht genug Urvertrauen erfahren. Es lohnt sich, das nachzuholen. In einem ruhigen Gehirn können wir wieder lernen, innere Führung zu spüren. Das lässt uns geschickte Mittel erkennen. Und in dem Maße, wie wir unsere weltanschaulich längst überholte Fixierung auf das rein Materielle aufbrechen, finden wir den uns gemäßen Weg, um die eigene Verletzbarkeit, unsere Endlichkeit und Sterblichkeit annehmen zu können.

 

 

Leider sind viele unserer Welt-Ängste nur allzu berechtigt. Wenn wir aufhören, diese Angst verdrängen oder bekämpfen zu wollen, erkennen wir ihre Botschaft. Dann beginnen wir, weniger furchtsam zu sein. Lebenszufriedenheit wächst, wenn wir vom Leben nicht mehr erwarten, als es uns geben kann: die vielleicht einmalige und befristete Chance zu gestalten und zu bewahren. Im Hier-und-Jetzt-so sein. Auch wenn ich mich dabei manchmal nur wie der sprichwörtliche Einäugige unter noch Blinderen fühle: Vielleicht bin ich Ihnen ja einen Schritt voraus. Oder ich sehe etwas, das Sie nicht sehen. Profitieren Sie davon!